Gesellschaftsrecht; Aktiengesellschaft. 26.06.2014:


Mit Gesetzesdekret Nr. 91 vom 24. Juni 2014 hat die Regierung Renzi die Mehrstimmrechtsaktie eingeführt. Mit dieser Maßnahme verfolgt der italienische Gesetzgeber insbesondere das Ziel, Familiengesellschaften den Börsengang zu erleichtern. Das Mehrstimmrecht soll die Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung ohne Mehrheitsverlust erweitern. Das bisher vorhandene Instrumentarium der stimmrechtslosen Vorzugsaktien und anderer Aktienkategorien hatte sich als unzureichend erwiesen. Daneben erhofft sich der Gesetzgeber mehr Transparenz hinsichtlich der Einflussnahme auf Aktiengesellschaften durch die Aktionäre. Zulässig sind Aktien, die zwei Stimmen gewähren. Sie bilden keine Aktienkategorie. Erforderlich ist, dass die Mehrstimmrechtsaktie mindestens zwei Jahre gehalten wird. Das Mehrstimmrecht erlischt bei späterer Veräußerung und bei Änderungen der maßgeblichen Beteiligungsverhältnisse. Bei einer Kapitalerhöhung sind auch die neu bezogenen Mehrstimmrechtsaktien.